Katarakt

Was ist Katarakt/grauer Star

Die Katarakt oder der grauer Star ist eine Trübung der Augenlinse, der Intraokularlinse und ist einer der Hauptgründe für Erblindung in der Welt. Es wird geschätzt, dass derzeit 40 Millionen Menschen aufgrund der Trübung der Linse sehbehindert sind, was leider in abgelegenen Gebieten und Ländern mit schlechtem Zugang zu medizinischer Versorgung Millionen von Fällen unbehandelt lässt. Auch in der Schweiz hat die Kataraktoperation aufgrund der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung enorme sozioökonomische Auswirkungen.

Cataratta. Studio Naef centro oculistico specializzato in oftalmologia e chirurgia oftalmica

Die häufigste Form ist die altersbedingte Katarakt: Sie tritt bei allen Menschen ab dem 60. Lebensjahr und in verschiedenen anatomischen Formen auf.
Mehr als 40 % der 75-Jährigen haben einen grauen Star, der operiert werden muss.

  • Kortikonukleäre Katarakt: gleichmäßige Trübung.
  • Katarakt der hinteren Kapsel: Trübung auf der Rückseite der Linse.
  • Kernkatarakt: Trübung im Kern der Linse.
  • Kortikaler Katarakt: Trübung der Linsenrinde.

Die Hauptsymptome vom grauen Star  sind wie folgt:

  • Verschwommene Sicht;
  • Lichthöfe um Lichtquellen und verschwommene; ,verblasste Farben;
  • Doppelbilder (insbesondere monokular);
  • Schwierigkeiten bei der Nachtsicht;
  • Abnahme der Fähigkeit des Kontrastsehens;
  • Gestörte Sicht (z. B. wie durch „schmutziges Glas“);
  • Progressive Verschlechterung des Sehvermögens mit fortschreitender Katarakt.

Traumatische Katarakt
Sie tritt häufig nach einem direkten Augentrauma oder indirekt auf: nach Strahlentherapie nach  Stromunfällen und nach Augenperforationen oder anderen  Augenoperationen.

Sekundäre Katarakt
Diese  kann durch Medikamente verursacht werden, insbesondere nach Kortikosteroiden, Herzmedikamenten, Amiodaron (Cordarone), Brustkrebsmedikamenten (Tamoxifen), Medikamenten gegen hohen  Cholesterinspiegel oder anderen intraokularen Eingriffen.

Katarakt und Diabetes
Diabetes ist ein Risikofaktor für Katarakte, ebenso wie andere Stoffwechselprobleme wie Hypokalzämie, Galaktosämie, Morbus Wilson und Myotone Dystrophie.

Angeborene Katarakt (juvenile Katarakt)
Glücklicherweise sind Katarakte bei Kindern sehr selten und stehen im Zusammenhang mit anderen Krankheiten. Sie koennen angeboren (genetisch) oder idiopathisch sein (kein Grund bekannt) oder mit perinatalen Infektionen wie Röteln, Syphilis (Lues), Zytomegalievirus, Toxoplasmose oder Windpocken in Verbindung gebracht werden.

Die beste Vorbeugung ist ein Leben mit vitaminreicher Ernährung und ohne Rauchen  und Alkohol.
Mehrere Studien haben eine negative Wirkung von Nikotin und Alkohol auf die Entstehung von Katarakten gezeigt.
Auch UV-Licht wirkt sich negativ auf die Entstehung von Grauem Star aus, daher wird das Tragen einer Sonnenbrille empfohlen.

Die einzige Heilung für Katarakte ist die Operation. Es gibt keine medikamentöse oder alternative Heilung für Katarakte.
Mit der Kataraktoperation können verschiedene Arten von Sehfehlern korrigiert werden.

Bei der Kataraktoperation wird die Intraokularlinse mit Ultraschall oder mit dem Femtolaser emulgiert und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt.

Der Graue Star wird operiert, wenn sich die Katarakt so weit entwickelt, dass sie Ihr Sehvermögen beeinträchtigt, wenn Sie häufig Ihre Brille wechseln müssen. Manchmal bemerkt der Patient die Verschlechterung der Sehqualität nicht einmal, weil er sich daran gewöhnt hat. Die Kataraktoperation wird auch durchgeführt, um Seh- und Refraktionsfehler zu korrigieren.

Vor der Operation wird eine Augenuntersuchung durchgeführt, um ihre Krümmung und Länge  des Auges zu messen, die sogenannte Biometrie.

Es gibt verschiedene Intraokularlinsen IOL die in das Auge eingesetzt werden können. Es obliegt dem Augenarzt, den Patienten zu beraten, welche Linse für das Auge und den Lebensstil geeignet ist.

  • Monofokallinsen / Standardlinsen: Es gibt hydrophobe Linsen, hydrophile Linsen, die normalerweise von Krankenkassen bezahlt werden.
  • Asphärische Linsen: ermöglichen eine bessere Sicht bei Nacht und in Situationen mit geringem Kontrast.
  • Linsen mit Gelbfilter: Es handelt sich um Intraokularlinsen mit einem Gelbfilter, der kurzwellige Strahlen (UV-Strahlen) absorbiert, die eine wissenschaftlich nachgewiesene negative und schädliche Wirkung auf die Netzhaut haben.
  • EDOF Linsen: linsen mit Extedendet Depth Of Focus : Dies ist eine eher neuartige Linsengruppe,  welche eine ideale fern und intermediärsicht erlaubt, ohne Einbusse des Kontrastsehens. Sie erlaubt eine gute Sicht in die Ferne aber auch in die mittlere Distanz so etwa zum Kochen, zum Lesen , zum Autofahren etc.
  • Multifokallinsen: Es gibt verschiedene Arten von multifokalen Intraokularlinsen oder trifokalen Intraokularlinsen, die ein gutes Sehen in unterschiedlichen Entfernungen ermöglichen.
  • Torische Linsen: sind Intraokularlinsen, die Astigmatismus, eine Unregelmäßigkeit der Hornhaut, korrigieren und so bestimmte Fällen verbessertes Sehen ohne Brille in der Ferne.

Es besteht auch die Möglichkeit, den Grauen Star mit dem Femtolaser zu operieren, jedoch handelt es sich um eine längere Operation, die nicht kassenpflichtig ist und die derzeit keine besseren Ergebnisse liefert als die Phakoemulsifikation.